Der Mensch im KI-Zeitalter: Eine Reise durch die Kapitel von "Homo possibilis"
Warum dieses Buch zur richtigen Zeit kommt – und was Sie in den einzelnen Kapiteln erwartet
ZUKUNFT DER ARBEITBUCHINHALTKÜNSTLICHE INTELLIGENZ
Redaktion Homo Possibilis
9/12/20254 min read


Der Aufbruch: KI verstehen, nicht fürchten
Die Schlagzeilen überschlagen sich: Künstliche Intelligenz revolutioniert ganze Branchen, ChatGPT besteht Anwaltsprüfungen, und Algorithmen komponieren Symphonien. Während manche von einer goldenen Zukunft träumen, fürchten andere um ihre Arbeitsplätze. Doch was bedeutet das alles konkret für uns? Axel Breuers "Homo possibilis" liefert Antworten – fundiert, praxisnah und überraschend optimistisch.
Das Buch beginnt dort, wo die meisten Menschen stehen: mit gemischten Gefühlen gegenüber der KI-Revolution. "Künstliche Intelligenz: Halb so wild?" lautet eine der ersten Fragen, die Breuer aufwirft. Seine Antwort ist nuanciert: Weder Panik noch Sorglosigkeit sind angebracht. Stattdessen brauchen wir Verständnis.
In den einführenden Kapiteln führt der Autor seine Leser behutsam an das Thema heran. Er erklärt, warum die KI-Revolution "der Ferrari unter den Revolutionen" ist – schneller und tiefgreifender als alle technologischen Umbrüche zuvor. Besonders eindrucksvoll ist dabei seine Darstellung, wie KI nicht nur Aufgaben übernimmt, sondern lernt, sich selbst zu verbessern. "Menschen überlisten", "tarnen, tricksen, täuschen" – was wie Science Fiction klingt, ist längst Realität in Forschungslaboren weltweit.
Doch Breuer belässt es nicht bei der bloßen Beschreibung der Möglichkeiten. Er widmet sich auch den Grenzen der KI und räumt mit überzogenen Hoffnungen wie Ängsten auf. Seine Erklärung der technischen Grundlagen – von Perzeptrons über neuronale Netze bis hin zur Selbstaufmerksamkeit – ist verständlich, ohne oberflächlich zu werden. Hier merkt man dem Text an, dass der Autor nicht nur theoretisiert, sondern selbst KI-Modelle trainiert und in Unternehmen implementiert.
Der Arbeitsmarkt im Wandel: Ehrliche Diagnosen
Der zweite große Themenblock widmet sich der Kernfrage: Was passiert mit unseren Jobs? Breuers Diagnose ist schonungslos ehrlich. Die KI-Revolution trifft diesmal nicht primär Fabrikarbeiter oder Angestellte in der Sachbearbeitung – sie zielt auf kognitive Tätigkeiten, auf Bürojobs, auf die Arbeit von Akademikern.
"Die KI-Revolution hat ganz neue Opfer", schreibt Breuer und meint damit Juristen, die gegen KI-Anwaltssoftware antreten müssen, oder Radiologie-Fachärzte, deren Diagnosen von Algorithmen übertroffen werden. Besonders brisant: Auch Berufsanfänger sind betroffen, da KI oft zuerst die einfacheren, lernintensiven Tätigkeiten übernimmt.
Doch das Buch bleibt nicht bei der Problemdiagnose stehen. In den Kapiteln zur "Zukunft der Arbeit" entwickelt Breuer ein differenziertes Bild davon, welche Jobs verschwinden werden und welche neu entstehen. Seine Analyse dessen, was Menschen können und KI (noch) nicht, ist erfrischend konkret. Empathie, Intuition, Urteilsvermögen, Kreativität – das sind die Kernkompetenzen des "Homo possibilis", des möglichen Menschen im KI-Zeitalter.
Neue Arbeitsmodelle: Mehr als nur Effizienzsteigerung
Einer der faszinierendsten Teile des Buches beschäftigt sich mit völlig neuen Arbeitsmodellen. Breuer skizziert drei verschiedene Rollen im Umgang mit KI: KI als Werkzeug, als Co-Pilot oder als autonomer Kollege. Je nach Szenario verändert sich nicht nur, was wir arbeiten, sondern auch wie viel.
Die Vier-Tage-Woche, von der derzeit viel geredet wird, betrachtet Breuer als logische Konsequenz der KI-Revolution. Wenn Maschinen einen Teil unserer Arbeit übernehmen, warum dann nicht weniger arbeiten und produktiver sein? Seine historische Einordnung – "Die Erfindung des Wochenendes" – zeigt, dass radikale Veränderungen der Arbeitszeit durchaus möglich sind.
Besonders innovativ sind Breuers Überlegungen zu neuen Bezahlmodellen. "Die neue Währung für Arbeitsentgelt: Tokens" klingt futuristisch, basiert aber auf durchaus realistischen Entwicklungen in der Gig Economy und bei Plattformarbeit. Seine Auseinandersetzung mit dem bedingungslosen Grundeinkommen ist ausgewogen und praxisorientiert – weder utopische Verheißung noch komplette Ablehnung.
Rechtliche Herausforderungen: Politik in der Pflicht
Ein Thema, das in vielen KI-Büchern zu kurz kommt, behandelt Breuer ausführlich: das Arbeitsrecht im KI-Zeitalter. Seine Botschaft an die Politik ist klar: Die bestehenden Gesetze reichen nicht aus, um Arbeitnehmer zu schützen. Konzepte wie die "Menschen-Quote" oder neue Haftungsregelungen für KI-Entscheidungen sind nicht nur theoretische Überlegungen, sondern praktische Notwendigkeiten.
Besonders bemerkenswert ist seine Analyse des "8/24 Problems": Während Menschen acht Stunden am Tag arbeiten, läuft KI 24 Stunden durch. Diese simple Tatsache hat weitreichende Konsequenzen für Wettbewerb, Produktivität und soziale Gerechtigkeit.
Der Mensch als Wettbewerbsvorteil: Das Herzstück des Buches
Den Kern von "Homo possibilis" bilden die Kapitel über menschliche Eigenschaften als Wettbewerbsvorteil. Breuer widmet sich ausführlich der Intuition ("Harry Potter" als Beispiel für intuitive Entscheidungen), der Empathie (warum ist der Mensch empathisch, die KI nicht?), dem Urteilsvermögen und der Kreativität.
Diese Abschnitte sind keine oberflächlichen Motivationsreden, sondern fundierte Analysen. Breuer erklärt nicht nur, warum diese Eigenschaften wichtig sind, sondern auch, wie man sie trainieren kann. Das "Vier-C-Modell" für Kreativitätsentwicklung oder die praktischen Tipps zum Training von Urteilsvermögen machen das Buch zu einem echten Ratgeber.
Besonders wertvoll sind die Kapitel über die verschiedenen Rollen des Menschen in KI-Systemen: Human-in-Command (der Mensch hat das Sagen), Human-in-the-Loop (der Mensch macht mit) und Human-on-the-Loop (der Mensch schaut zu). Diese Kategorisierung hilft dabei, die eigene Position in einer zunehmend automatisierten Arbeitswelt zu definieren.
Megatrends und Zukunftsvisionen: Der Blick nach vorn
Das Buch endet nicht mit Rezepten für das Hier und Jetzt, sondern wagt den Blick in die Zukunft. Die Kapitel zu Megatrends wie der "Lernrevolution", "Hyperpersonalisierung" oder der Frage "Eine Milliarde Euro Umsatz als Einzelunternehmer?" öffnen den Horizont für Möglichkeiten, die heute noch wie Utopien klingen.
Breuers Vision einer Zukunft, in der KI uns "kreativer, freier, menschlicher" macht, ist durchaus optimistisch. Aber sie basiert nicht auf blindem Technologie-Optimismus, sondern auf der Überzeugung, dass Menschen lernen und sich anpassen können – wenn sie verstehen, worum es geht.
Ein Buch zur rechten Zeit
"Homo possibilis" hebt sich wohltuend von der oft hysterischen KI-Debatte ab. Breuer verfällt weder in Panik noch in naiven Technologie-Optimismus. Stattdessen liefert er das, was in der aktuellen Diskussion oft fehlt: eine sachliche, aber durchaus menschliche Bestandsaufnahme dessen, was auf uns zukommt.
Besonders gefällt mir, wie Breuer seine technische Expertise mit praktischer Managementerfahrung verbindet. Er kennt KI nicht nur aus Lehrbüchern, sondern hat sie selbst implementiert und trainiert. Gleichzeitig weiß er aus eigener Erfahrung, wie Veränderungsprozesse in Unternehmen tatsächlich ablaufen – mit allen Höhen und Tiefen.
Am Ende steht eine einfache, aber wichtige Erkenntnis: KI macht uns nicht überflüssig, wenn wir lernen, sie zu verstehen und zu nutzen. Der "Homo possibilis" ist kein neuer Menschentypus, sondern schlicht der Mensch, der seine ursprünglichen Stärken in einer technologisierten Welt wiederentdeckt.
In einer Zeit, in der täglich neue KI-Durchbrüche verkündet werden, tut es gut, ein Buch zu lesen, das Orientierung bietet, ohne zu vereinfachen. Breuers ruhiger, analytischer Ton macht auch komplexe Zusammenhänge verständlich und vermittelt dabei eine Botschaft, die man gerne hört: Wir können das schaffen – wenn wir verstehen, worum es geht.


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